Haus Veranda
See Gemeinde Zürich
Sanierung mit Erweiterung
Gebäude im kantonalem Inventar
Fertigstellung 2024
Das nahezu 300-jährige, freistehende Weinbauernhaus steht unter kantonalem Denkmalschutz und ist insbesondere in seiner etappenweisen gewachsenen Fassadengestaltung vollständig geschützt. Ein Erweiterungsbau war daher nur unter strengen denkmalpflegerischen Auflagen bezüglich Volumetrie, Öffnungsverhalten und Geschossigkeit realisierbar.
In den 1970er-Jahren wurde das ursprüngliche Wirtschaftsgebäude durch ein grösseres Bauvolumen ergänzt, das die ehemals repräsentative Strassenfassade weitgehend verdeckte. Der architektonische Eingriff erfolgte daher in unterschiedlichen Massstabsebenen: Neben der behutsamen Freilegung des ursprünglichen Zugangs und der Wiederherstellung der historischen Adressierung wurde das Ensemble durch einen sensiblen Anbau ergänzt, der sich sowohl typologisch als auch strukturell an das Bestehende anlehnt. Gleichzeitig wurde der Keller ausgebaut und das gesamte Gebäude umfassend saniert.
Da grosszügige Öffnungen selbst im Neubau nicht zulässig waren, wurden mehrere klar strukturierte Raumeinheiten geschaffen, die durch ihre Proportionierung und Anbindung an Elemente des Bestands einen determinierten, stimmigen Charakter entwickeln. Die im Norden vorhandene klassische Stützenstruktur wurde aufgenommen, weiterentwickelt und im Neubau subtil interpretiert – etwa in Form einer Pergola, einer Veranda oder einer gartenlaubenartigen Überdachung.
Auch die Innenräume wurden sorgfältig instand gesetzt: Einbauten wurden neu geordnet, historische Möbelstücke aufgearbeitet und neu bezogen. Punktuelle Ergänzungen mit zeitgenössischer Materialität treten in einen feinsinnigen Dialog mit dem historischen Mobiliar und verleihen den Räumen eine zurückhaltende, zugleich eigenständige Atmosphäre.
Das Projekt ist als kontinuierlicher Prozess angelegt und wird in Etappen fortlaufend weiterentwickelt.